Dermal Anchor: Die Kunst der Einpunkt-Piercings (Microdermals)
Der Dermal Anchor hat die Welt des Körperschmucks revolutioniert. Während herkömmliche Piercings einen Kanal mit Ein- und Ausgang benötigen, wird der Hautanker direkt in die Haut eingesetzt. Technisch gesehen handelt es sich um ein Implantat, das aus zwei Teilen besteht: der im Gewebe liegenden Basisplatte (Anchor Base) und dem sichtbaren Schmuckaufsatz (Top). Diese Bauweise ermöglicht es, Schmuckstücke an anatomischen Stellen zu platzieren, die für Ringe oder Stäbe ungeeignet wären. In der Fachsprache werden diese Schmuckstücke auch häufig als Microdermals oder Transdermals bezeichnet.
Aufbau und Funktionsweise eines Hautankers
Das Herzstück eines jeden Dermal Anchors ist die Basisplatte. Diese ist meist mit kleinen Löchern versehen, durch die das körpereigene Gewebe während der Heilungsphase hindurchwachsen kann. Dieser Prozess sorgt für die notwendige Stabilität und verankert den Schmuck fest in der Lederhaut. Aus der Platte ragt ein kleiner Gewindestift (Rise) hervor, auf den du verschiedene Aufsätze schrauben kannst.
Die Einsatzgebiete für Microdermals sind vielfältig:
- Gesichtsbereich: Häufig als Akzent neben den Augen (Anti-Eyebrow) oder an den Schläfen.
- Dekolleté und Hals: Beliebt als symmetrische Anordnung oder einzelner Glanzpunkt.
- Hände und Arme: Hier setzen Hautanker markante Zeichen, erfordern jedoch aufgrund der hohen Bewegung im Alltag besondere Vorsicht.
Vor- und Nachteile von Dermal Anchors
Wie bei jedem permanenten Körperschmuck gibt es spezifische Vorzüge und Herausforderungen, die du kennen solltest.
Vorteile
- Platzierungsfreiheit: Da kein Gegenstück auf der anderen Seite benötigt wird, können Dermal Anchor Piercings fast überall am Körper platziert werden.
- Dezente Optik: Der Schmuck liegt flach auf der Haut auf, was einen sehr eleganten und modernen Look erzeugt.
- Wechselbare Aufsätze: Das Gewindesystem erlaubt es dir, den sichtbaren Teil (Discs, Kristalle, Kugeln) jederzeit zu tauschen, ohne die Verankerung in der Haut zu lösen.
- Geringe Belastung: Im Vergleich zu Oberflächenpiercings (Surface Piercings) ist die Spannung auf das Gewebe bei einem gut platzierten Hautanker oft geringer.
Nachteile
- Hängenbleiben: Da der Schmuck leicht hervorsteht, besteht die Gefahr, mit Kleidung oder Haaren hängen zu bleiben, was zu Entzündungen führen kann.
- Kein DIY-Entfernen: Ein Microdermal kann nicht einfach selbst herausgenommen werden. Solltest du dich gegen den Schmuck entscheiden, muss er von einem Profi fachgerecht entfernt werden.
- Abstoßungsrisiko: Wie bei allen Implantaten besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Körper den Anker als Fremdkörper erkennt und langsam nach oben ausstößt.
Material und Qualität: Warum Titan G23 essenziell ist
Bei Dermal Anchors ist die Materialwahl kritischer als bei fast jedem anderen Piercing. Da die Basisplatte permanent im Gewebe verbleibt, führen wir in dieser Kategorie fast ausschließlich Schmuck aus Titan G23. Dieses Material ist hochgradig biokompatibel, nickelfrei und wird auch in der Medizintechnik für Implantate verwendet. Es minimiert das Risiko von allergischen Reaktionen und fördert ein gesundes Einwachsen der Bodenplatte.
Tipps für die Pflege und den Wechsel der Aufsätze
Ein frisch eingesetzter Hautanker benötigt in den ersten Wochen Ruhe. Schütze ihn mit einem Pflaster vor Reibung und Druck. Sobald der Anker fest eingewachsen ist, kannst du den Aufsatz wechseln. Ein kleiner Profi-Tipp für dich: Halte die Basisplatte beim Aufschrauben eines neuen Tops vorsichtig mit einer speziellen Dermal-Anchor-Zange fest. So verhinderst du, dass sich der Anker im Gewebe mitdreht und unnötig gereizt wird.
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